Imperialismus

am Beispiel der Humanitären Hilfe

Aufrufe zur Humanitären Hilfe begegnen uns auf Plakaten, Flyern und in Werbespots. Sie sind inzwischen zum normalen Tagesgeschäft von Hilfsorganisationen geworden, die nach Naturkatastrophen oder sogenannten humanitären Katastrophen (Bürgerkriege, Genozid, etc.) die Not der Menschen vor Ort mit hierzulande gesammelten Spendengeldern mildern oder gar abwenden wollen.

Dabei fällt diesen NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) auf, dass auch die Kurzzeithilfe in einem internationalen Kräfteverhältnis steht und ein festeingeplantes Mittel in der internationalen Staatenkonkurrenz ist. Dies zeigt die umfangreiche Finanzierung der Organisationen durch nationale Staatskassen mit daran geknüpften Forderungen ebenso, wie die feste Einplanung ihrer Tätigkeit durch das Militär

Um nicht im Sinne der jeweiligen Interessen einzelner Staaten instrumentalisiert zu werden, haben sie sich selbst in Form eines Zehn-Punkte-Plans Regeln gegeben, nach denen sie ihre Hilfe als übernationale „Humanitäre“ Hilfe organisieren und ausrichten.

Wir wollen gemeinsam die zehn Punkte der eingegangenen Selbstverpflichtung auf ihren Anspruch und ihre Wirklichkeit überprüfen und dabei schauen, ob nicht schon der Gedanke einer allgemeinen Humanitären Hilfe nicht nur dem imperialistischen Denken von gerne spendenden Staatsbürger_innen entspricht, sondern jegliche Form von Humanitärer Hilfe Teil des Imperialismus ist. Selbstverständlich geht es dabei auch darum zu klären, was denn eigentlich Imperialismus ist.

Donnerstag 4. November | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Kritik der Nation

Eine Einführung in die Nationalismuskritik

Vollbeflaggung von Kleingartensiedlungen und Häuserblocks, ausschweifende Feste mit herangekarrter Prominenz aus Funk- und Fernsehen und das Durchforsten des Teutoburger Unterholzes nach gemeinsamen Wurzeln…
Die damit immer wieder selbst vergewisserte Zugehörigkeit zur deutschen Nation erscheint den Menschen als das natürlichste der Welt. Diese so konstruierte Zusammengehörigkeit umfasst dabei meist den Bezug auf eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Geschichte und Herkunft und gemeinsame Kultur und Werte.
Doch wie natürlich ist diese Einteilung nach nationalen Maßstäben und warum steht sie dem Streben nach der Idee des schönen Lebens für alle fundamental entgegen? Zusammen wollen wir diese Fragen und die Funktion von Nation und Nationalismus in einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft erörtern.

Donnerstag 2. September | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Finanzsphäre

Was ist das und wie wird sie wahrgenommen?

Die Finanzsphäre erscheint vielen als das eigentliche Übel in der kapitalistischen Welt.„Unverantwortliche Manager und gierige Spekulanten bringen die hart arbeitende Bevölkerung um ihren gerechten Lohn.“ Ein solche These ist meist zu hören wenn Finanzgeschäfte, wie in letzter Zeit so oft, Gegenstand der Debatten in den Medien wie auch am Stammtisch sind.
Doch warum wird im Bezug auf die Finanzsphäre ein Handeln dem die Logik der Geldvermehrung zugrunde liegt kritisiert, während es in der sogenannten Realwirtschaft von fast niemandem hinterfragt, sogar für gut befunden wird?
Da es im Kapitalismus noch nie darum ging, dass die Bedürfnisse des Einzelnen befriedigt werden und nur für das zahlungskräftige Bedürfnis produziert wird, kann die Finanzsphäre weder Ursache noch Lösung für die wahrgenommenen Probleme sein.
Welche Ideologien ergeben sich aus den unterschiedlichen Auffassungen und Beurteilungen der Finanzspäre und wie kann eine Gesellschaftskritik die über Staat, Nation und Kapital hinaus will mit „Heuschreckenjägern“ und anderen „Kapitalismusrettern“ von links bis rechts, von oben bis unten umgehen?

Donnerstag 5.August | 19Uhr | Sturmglocke (Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Soziale Kämpfe

In der einen oder anderen Weise wollen fast alle soziale Gerechtigkeit. Bei „Linken“ finden sich darunter Forderungen nach: „Gerechten Löhnen“, „Umverteilung von oben nach unten“, „Gleichberechtigung“, „Bleiberecht für alle“, und vieles mehr. Das alles für ein besseres Leben, um den sozialen Frieden zu sichern, manchmal als Etappenziel oder weil man ja schließlich irgendwas tun muss. Dabei fällt auf, dass sich die Leute mit obigen Forderungen an die Instanz wenden, die es doch gerade so haben will: dem Staat. Manche Forderungen von gestern wurden schon umgesetzt (bspw. Gleichberechtigung). Dies kann sich der demokratische Staat als Modernisierung auf die Fahnen schreiben und die Akteure als Erfolg werten. Aber was kann sich dadurch verändern und was bleibt prinzipiell gleich und wird gar nicht infrage gestellt?
Welche Grundlage haben die Kämpfe, welche Probleme und Grenzen haben sie?

Donnerstag 1.Juli | 19Uhr | Sturmglocke (Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Rettet den Sozialstaat?

Lange Zeit galt der deutsche Sozialstaat (mit seinen Sicherungssystemen) als Sinnbild der sozialen Markwirtschaft und nicht nur Politiker_innen priesen in aller Welt die Vorteile des deutschen Systems an. Mit der offiziellen Begründung der zunehmenden Verschärfung der Weltmarktkonkurrenz auch innerhalb der kapitalistischen Zentren wurde allerdings damit begonnen, die sozialen Sicherungen nach und nach abzubauen. Die Reformen der letzten rot-grünen Bundesregierung, die unter dem Namen Hartz-4 Eingang in die Debatten gefunden haben, sind hierfür nur die Spitze des Eisberges. Als Reaktion auf diese Reformen traten parlamentarische und außerparlamentarische Linke, Erwerbsloseninitiativen und viele andere zur Rettung und Verteidigung des des deutschen Sozialstaates an.
Dabei machen sie sich oft keine Gedanken, welche Funktion der Sozialstaat innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft hat. Daher soll es in der Diskussion u.a. um folgende Fragen gehen:
- Warum gibt es den Sozialstaat und wem nützt er?
- Wie ist der Abbau der sozialen Sicherungssysteme zu bewerten und warum passiert er grade jetzt?

Ausserdem sollen die angepriesenen Alternativen zum Sozialstaat, insbesondere das auch innerhalb der radikalen Linken immer beliebter werdende Modell des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ diskutiert werden. Dabei wollen wir diskutieren ob die vorgeschlagenen Modelle Möglichkeiten zur Veränderung der kapitalistischen Verwertungslogik bieten und ob sie gar einen Weg oder einen Hebel zur Überwindung des Kapitalismus aufzeigen können.

Donnerstag 3.Juni |19 Uhr | Sturmglocke (Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Arbeit nervt!

Diskussion zu Lohnarbeit im Kapitalismus

Einerseits rufen alle nach Arbeit doch in der Regel ist auch jeder froh, wenn sie vorbei ist. So gut wie alles, was an Arbeit heute stört, hat mit dem Zweck zu tun, zu dem sie im Kapitalismus stattfindet. Klar, schon immer musste Arbeit aufgewendet werden, um nützliche Dinge herzustellen. Doch im Kapitalismus ist die Nützlichkeit der Arbeitsprodukte nur ein Mittel für den Zweck, diese Produkte möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um Biotomaten oder Tretminen handelt und wie man selber ihre Nützlichkeit beurteilt. Die Arbeitgeber wollen mit dem Verkauf der hergestellten Waren einen Profit einfahren. Und die Arbeitnehmer wollen den Lohn, weil sie damit Zugriff auf die »schöne, bunte Warenwelt« haben. Dabei wollen die Arbeitnehmer prinzipiell einen möglichst hohen Lohn und die Arbeitgeber einen möglichst hohen Profit, weshalb die wenigsten Lohnerhöhungen freiwillig zustande kommen. Dieser Gegensatz zwischen Arbeitnehmern und Unternehmern liegt aber nicht an der Bosheit bzw. der Gier der Unternehmer. Er ist in der Konkurrenz begründet, die in der Marktwirtschaft immer herrscht und lässt sich unter diesen Bedingungen daher auch nicht aufheben: weder durch stärkere Gewerkschaften und mehr Umverteilung von »oben nach unten«, noch durch die Einführung eines Mindestlohnes oder eines bedingungslosen Grundeinkommens, den Boykott von »Billigläden« bzw. den bewussten Konsum oder selbstverwaltete Betriebe. Warum all diese Ansätze Armut und Elend nicht aus der Welt schaffen, wollen wir mit euch in einer Diskussion über Lohnarbeit im Kapitalismus klären.

Donnerstag 6.Mai |19 Uhr | Sturmglocke (Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)