Fuck politics – let`s riot!?

London: lang ersehnter Aufstand der Überfüssigen oder einfach nur Gewalt?

Die europäische Krise dauert an – und mit ihr eine Vielzahl sozialer Proteste in Europa. Während in Spanien die „Empörten“ für „wahre Demokratie“ auf die Straßen stürmten und die fortdauernden griechischen Proteste sich gegen massive Einschnitte in die soziale Infrastruktur richten, gingen aus England vor allem spektkuläre Bilder brennender Häuser und randalierender Jugendlicher um die Welt.
Nachdem ein 29-Jähriger in Tottenham durch Polizisten erschossen wurde, breiteten sich Anfang August Riots in zahlreichen, meist verarmten, englischen Vorstädten und Vierteln aus und zwangen Premierminister Cameron gar dazu extra seinen Urlaub abzubrechen um mit der ganzen Gewalt des bürgerlichen Staates zurückzuschlagen (3100 Verhaftungen, langjährige Haftstrafen).
Wir wollen mit euch über die Ursachen und die politische Bedeutung der Krawallwochen von London diskutieren.
Denn auch wenn das Urteil für bürgerliche Presse und Staatspersonal mit „purer Kriminalität“ schon feststeht, so gibt es doch Deutungen die einen Aufstand der Ausgegrenzten erblicken und grade in dem Ausbleiben einer klaren politischen Artikulation ein emanzipatorisches Moment sehen.
Was an diesen Deutungen vielleicht richtig und was verkehrt ist wollen wir gemeinsam diskutieren.

Donnerstag 6.Oktober | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

BRZL FIEP KLICK KLACK WOBBL BSST BUMM

Weil politische Arbeit nunmal leider auch Geld benötigt bitten wir am Samstag, den 17.09., bitten wir wieder einmal zum Tanze. Auf zwei Floors im UJZ Kornstraße wird euch eine ganze Nacht Techno, Techno und noch mehr Techno dargeboten werden. Die eingenommenen Tauschmittel unterstützen die Disko Hannover Reihe, die Assoziation gegen Kapital & Nation und Fast Forward Hannover.

Upstairs:
*(House, Tech House, Techno)
Chris Muth
Chori Pan
Pink Leg
Max Marea
Siggi Jackson
Troy Polygon

Downstairs:
*(Drum`n`Bass, Dubstep)
Alien D
Elisa Raabe
EZ Eggaz
Kyrill.Riot_bpm

*Samstag 17.September *23H *UJZ Kornstraße

Sommerpause

Die Disko-Hannover macht im August und September Sommerpause und findet dann ab 6.Oktober wieder jeden ersten Donnerstag im Monat statt.

Gentrification Beach-Disko

oder: „meine“ Stadt zwischen Heuschrecken und Verfall

Das Stichwort Gentrification beschreibt eine Stadtentwicklung, in der im Zusammenspiel von Staat, Kapital und Bevölkerungsbewegungen, einzelne Stadtviertel durch massiven Kapitaleinsatz so „aufgewertet“ werden, dass die vorigen ärmeren Bewohner_innen sich ihre Wohnungen und das Leben dort nicht mehr leisten können. Stattdessen ziehen Bessergestellte in die umgemodelten Viertel. In einigen Fällen scheint der Motor dieser Umwandlung dabei gerade in der sozialen und kulturellen Eigenheit der ärmeren Viertel zu liegen. Stichworte hier sind Künstlerviertel, alternative Lebensart, Platz für Ideen. Dies führt zu weiteren falschen Vorstellungen was die Gründe der „Gentrification“ angeht und entsprechend auch zu falschen politischen Forderungen. Das wollen wir diskutieren.

Beach-Disko


Donnerstag 7. Juli | 19Uhr

am Ihmeufer
zwischen Strandleben
und Fährmannsbrücke

Wer regiert die Welt?

Kritik der Verschwörungstheorien

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York sind die sogenannten Verschwörungstheorien wieder im Aufwind. So gut wie kein politisches Ereignis bei dem nicht irgendjemand die „wahren Schuldigen“ gefunden hat. Ob als „Schuldige“ nun der Rothschild Klan, die New World Order, die Amerikaner oder doch die Juden ausgemacht werden, klar scheint den Verschwörungstheoretikern, dass es Gruppen gibt, die über die Geschicke der Welt entscheiden und dabei nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind.
Wir wollen an diesem Abend versuchen zu erklären nach welchem Muster die Verschwörungstheorien funktionieren, wo die Gefahren solcher Welterklärungsmodelle liegen und warum sie so erfolgreich sind.

Donnerstag 2. Juni | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Nichtrauchen für Deutschland

Gesundheitsgefährdung durch giftige Stoffe gibt es jede Menge. Bei vielen davon ist gesetzlich geregelt, dass man eine Belastung bis zu einer bestimmten Grenze hinzunehmen hat. Auch bei Stoffen, bei denen es keine unschädliche Dosis gibt.
Beim Thema Passivrauch sieht die Politik das anders. Was ist an diesem Qualm so anders als an radioaktiver Emission, Feinstaub oder Industrieabgasen?
- Die letztgenannten Luftverschmutzungen sind Nebenwirkungen unternehmerischer Aktivitäten, also der Wirtschaft und die soll ja bekanntlich immer „brummen“ und liegt noch jedem Staat am Herzen.
- Die Ursache des Passivrauchs sind hingegen Leute, die rauchen. Und Rauchen ist ein Privatvergnügen. Aber im Gegensatz zu Nordic Walking oder Yoga, Fußball, oder Boxen sind sich hier alle sicher, dass die Nachteile ganz eindeutig überwiegen, weshalb man den Raucher_innen das Rauchen so unbequem wie möglich machen muss – wie immer: nur zu ihrem Besten. Passivrauchschutz ist dafür eingestandenermaßen ein bequemes Mittel: „Eine rauchfreie Umgebung ist der beste Weg, die Zahl der Raucher zu vermindern.“
Und das nicht, weil dem Staat das Wohlbefinden der Raucher am Herzen liegt (ob es ihnen rauchend besser geht, können sie wohl selbst entscheiden), sondern weil ihm ihre Brauchbarkeit am Herzen liegt. Die nennt er Gesundheit und auf die soll man gefälligst achten.

Donnerstag 5. Mai | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Der herrschende Friede

Kritik des Inperialismus

Imperialismus ist, wenn die USA mal wieder irgendwo militärisch intervenieren? Und wenn Staaten, die nicht verfeindet sind, miteinander Verträge schließen und ihre Repräsentanten gemeinsam in die Kamera grinsen, ist Diplomatie?

Wir laden ein zur Diskussion um folgende Thesen:
➔ Jeder Staat will den Erfolg seiner nationalen Wirtschaft. Wenn Staaten sich gegenseitig anerkennen (d.h. sie erkennen ihren Machtanspruch auf Land und Leute an), versuchen sie immer, sich gegenseitig als Mittel für den eigenen Erfolg zu benutzen.
➔ Dabei werfen sie Abhängigkeiten von Ressourcen, ökonomische und militärische Potenz in die Waagschale, um eben diese ökonomischen Potenzen und die nationale Macht zu mehren.
➔ Im Extremfall sind dafür dann eben immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen notwendig.
➔ Aber auch die Erklärung jedes Krieges mit direkten ökonomischen Interessen greift zu kurz.

Als Anschauungsmaterial wird ein kurzes aktuelles Papier des Auswärtigen Amtes dienen.

Donnerstag 3. März | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Alles Gender oder was?

Perspektiven zur Aushebung des Geschlechterverhältnisses

Gendermainstreaming: So klingt mitteleuropäische Geschlechterpolitik im 21. Jahrhundert. Mit Frauenquote im öffentlichen Dienst, Gleichstellungsbeauftragten und dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist in der BRD Wirklichkeit geworden, was vor 50 Jahren noch undenkbar war: Durch staatliche Gleichstellungspolitik wird die Vormachtsstellung der Männer in der Gesellschaft angegriffen und umgestaltet.
Wir wollen die derzeitigen politischen Maßnahmen zum Abbau von geschlechtsbezogener Benachteiligung auf den Prüfstand stellen und ihre Auswirkungen diskutieren. Außerdem möchten wir uns mit linksradikalen Ansätzen zur Aufhebung des Geschlechterverhältnisses beschäftigen. Dabei soll es auch um praktische Methoden zur Aufbrechung der Zweigeschlechtlichkeit gehen.

Donnerstag 3. Februar 2011 | 19 Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

weiblich, männlich, känguru

Von vermeintlichen und realen Unterschieden zwischen Männern und Frauen
BiologismusKritik am Beispiel des Geschlechterverhältnisses

In sexistischen Debatten, in denen es um die Differenz von Mann und Frau geht, wird in irgendeiner Weise immer wieder auf ein angebliches Naturverhältnis der Geschlechter verwiesen und Belege dafür in der Tierwelt oder der vermeintlich menschlichen Naturgrundlage gesucht. Warum biologistische Erklärungsversuche falsch sind und worin ihr grundlegender Fehler steckt, wollen wir mit euch diskutieren.

Unsere These: das autonome Subjekt und die Gesellschaftskritik werden in ihnen negiert und damit menschliches Handeln letztendlich als Verhalten beschrieben. Wer diese sozio-biologische Beschreibung mitmacht, fällt bei der Betrachtung des Geschlechterverhältnisses ohne es zu wollen in den alten Sexismus zurück.

Donnerstag 6. Januar 2011 | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Extremismus

»In der Mitte liegt die Kraft«. Dieses Credo gilt auch in der Politik – zumindest nach Ansicht von Extremismustheoretiker_Innen. Mit der Extremismustheorie sollen demokratische Strukturen gegen die Feinde von Freiheit, Verfassung und Pluralismus verteidigt werden. Die selbsternannte politische Mitte beließ es bekanntermaßen nicht mit theoretischen Überlegungen, sondern betraute das Bundesamt für Verfassungsschutz mit der Überwachung extremistischer Strukturen. Wer gerade noch rechts bzw. links ist und wer die Grenze legitimer Meinungsäußerung in der BRD überschreitet, wird anhand der Ablehnung der Verfassung bzw. der freiheitlich demokratischen Grundordnung definiert. Dabei stehen Nationalsozialismus, Stalinismus und Islamismus in einer Reihe.
Diese skurrile Folge wirft schon die Frage auf, ob eine derart wertungsoffene Formel überhaupt haltbar ist. Außerdem wollen wir mit euch die Auswirkungen der Extremismusformel auf politische Auseinandersetzungen diskutieren.

Donnerstag 2. Dezember | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)