Die Anschlagserie von Naziterroristen

wie Deutschland Ordnung und Image gegen seine unliebsamen Verehrer von NSU & Co. verteidigen will.

Während der letzten Zehn Jahre tötete eine deutsche Nazigruppe Migranten_innen, terrorisierte ihre vermeidlichen Feinde und brachte eine Polizistin um.Wenn man weiß, wie der deutsche Staat bei anderen Gelegenheiten auf jede Anfechtung seines Gewaltmonopols reagiert, ist das, für sich genommen, schon eine erstaunliche und erstaunlich lange Geschichte.
Aber es ist mehr als das: Etwa zeitgleich zur Gründung der „Zwickauer Zelle“ hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einer erneuten Serie rassistischer und antisemitischer Anschläge im Jahr 2000 den „Aufstand der Anständigen“ ausgerufen. Von nun an sollten nicht mehr „Blackblock-Antifas“, sondern „normale“ Bürger im staatlichem Auftrag die öffentliche Ordnung gegen Nazis verteidigen.
Erst vor einem Jahr hatte die neue Jugendministerin Kristina Schröder diese staatlich geförderte Anstandsbewegung reformiert, indem sie alle Beteiligten dazu verpflichtete, ein Bekenntnis zur Staatsordnung unterschreiben zu müssen. Das eigentliche Ziel Schröders hierbei: Antifa-Gruppen, die in Wahrheit „Extremisten“, wie die Nazis selbst seien, aus dem Umfeld der erwünschten Aktivitäten zu vertreiben.
Die Aufdeckung der deutschen Nazi-Terrorserie 2011 kommentierte die deutsche Bundesregierung zwar mit lautem Bedauern, doch die Opfer und deren Angehörige wirkten dabei eher als Kulisse. Öffentlich bedauert wurde vor allem die Tatsache, dass Terroristen gegen das Gewaltmonopol des deutschen Staates so lange erfolgreich geblieben waren, und dass das Image der Nation im Ausland schaden nehmen könne.
Warum hierzulande Kritik an der rassistischen Ideologie als solcher weitestgehend Fehlanzeige ist; und wenn sie seltener Weise dann doch auftritt dann der mangelnder Rechtstreue verdächtigt wird – das wollen wir mit euch diskutieren.

Donnerstag 05. April | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)