Konsum für eine bessere Welt?

Kritik der Konsumkritik

Donnerstag 04. Oktober| 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Bereit zum Ändern?!?

Die Piratenpartei – Eine neue Partei im linken Lager?

Das Bekanntwerden, dass sich rechte Personen unter den Mitglieder*innen
der Piratenpartei befänden sorgte für einigen öffentlichen Wirbel. Seien
die Piraten doch eine linke Partei, die mit Forderungen wie „Mehr
Demokratie wagen“ antreten und sich unter anderem für mehr Datenschutz
und staatliche Transparenz einsetzen. Wir möchten gemeinsam mit euch die
zentralen Punkte des Parteiprogramms der Piraten in Hinblick auf die
Frage diskutieren, inwieweit in ihnen eine grundlegende Kritik am
bestehenden steckt und der Frage nachgehen, ob die Piratenpartei
inhaltlich wirklich in der „linken Ecke“ angesiedelt ist.

Donnerstag 06. September| 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Mikrokredite

Wie der Mikrokredit aus der Mode, aber nicht aus der Welt gekommen ist

„Mikrokredite“ für Einwohner (meistens: Einwohnerinnen) sogenannter Entwicklungsländer galten im vergangenen Jahrzehnt als eine ebenso pfiffige wie menschenfreundliche Idee. Höhepunkt dieser Welle war wohl die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Erfinder des Mikrokredits.
Am Aus-der-Mode-Kommen des Konzepts in der letzten Zeit („Arm und abgezockt“ titelte zum Beispiel die „Süddeutsche“ Zeitung 2010) fällt auf, wie merkwürdig die Begeisterung von vornherein war. Schuldner, so wird heute beklagt, gingen pleite, das ganze sei die Aktivität einer Kreditindustrie, viele Menschen könnten auch mit einem Mikrokredit nichts an ihren Lebensverhältnissen verändern – über diese brandneuen Entdeckungen, darüber, warum das „Scheitern“ des Konzepts Mikrokredite keineswegs überraschend ist, und welchen weiteren kapitalistischen Errungenschaften vielleicht auch ein baldiges „Scheitern“ zu wünschen wäre – darüber wollen wir diskutieren.

Donnerstag 05. Juli| 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Euro und Eurokrise

vor dem Hintergrund der Schuldenkrise

2002 ist der Euro eingeführt worden. Neben der angepriesenen Möglichkeit, nun auch in anderen Euroländern mit derselben Währung bezahlen zu können, bleibt die Frage, welchen ökonomischen und politischen Nutzen sich Eurostaaten von einer gemeinsamen Währung versprechen bzw. versprochen haben. Warum und welche Sorgen wird sich daher um den Euro gemacht? Was ist los, wenn die Finanzmärkte das Vertrauen in einen Staat verlieren? Diese u.a. Fragen wollen wir mit euch bezogen auf die Staatsverschuldung in Deutschland diskutieren.

Donnerstag 07. Juni| 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Staatsverschuldung

„Man kann nicht mehr ausgeben als man hat“ ist ein Standardsatz im politischen Geschäft, um Bürgern zu erklären, dass demnächst wieder Einschnitte bei den Sozialleistungen anstehen. Man soll sich also den Staatshaushalt ungefähr so wie sein eigenes privates Portemonnaie vorstellen. Stell dir also vor, dein Geld reicht am Monatsende mal wieder nicht und du kannst einen Nachtragshaushalt beantragen. Stell dir vor, du gerätst in eine absolute Lebenskrise und kannst dir 700 Mrd. Euro Kredite genehmigen. Quatsch? Ja.
Also: Jahr für Jahr macht der Staat neue Schulden. Woher kommt die immense Freiheit des Staates beim Schuldenmachen? Welche politische und ökonomische Logik folgt dann aus dem angesammelten Schuldenberg? Und was ist los, wenn die Finanzmärkte das Vertrauen in einen Staat verlieren? Diese Fragen wollen wir bezogen auf die Staatsverschuldung in Deutschland diskutieren.

Donnerstag 03. Mai| 19Uhr | Sturmglocke
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Die Anschlagserie von Naziterroristen

wie Deutschland Ordnung und Image gegen seine unliebsamen Verehrer von NSU & Co. verteidigen will.

Während der letzten Zehn Jahre tötete eine deutsche Nazigruppe Migranten_innen, terrorisierte ihre vermeidlichen Feinde und brachte eine Polizistin um.Wenn man weiß, wie der deutsche Staat bei anderen Gelegenheiten auf jede Anfechtung seines Gewaltmonopols reagiert, ist das, für sich genommen, schon eine erstaunliche und erstaunlich lange Geschichte.
Aber es ist mehr als das: Etwa zeitgleich zur Gründung der „Zwickauer Zelle“ hatte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder nach einer erneuten Serie rassistischer und antisemitischer Anschläge im Jahr 2000 den „Aufstand der Anständigen“ ausgerufen. Von nun an sollten nicht mehr „Blackblock-Antifas“, sondern „normale“ Bürger im staatlichem Auftrag die öffentliche Ordnung gegen Nazis verteidigen.
Erst vor einem Jahr hatte die neue Jugendministerin Kristina Schröder diese staatlich geförderte Anstandsbewegung reformiert, indem sie alle Beteiligten dazu verpflichtete, ein Bekenntnis zur Staatsordnung unterschreiben zu müssen. Das eigentliche Ziel Schröders hierbei: Antifa-Gruppen, die in Wahrheit „Extremisten“, wie die Nazis selbst seien, aus dem Umfeld der erwünschten Aktivitäten zu vertreiben.
Die Aufdeckung der deutschen Nazi-Terrorserie 2011 kommentierte die deutsche Bundesregierung zwar mit lautem Bedauern, doch die Opfer und deren Angehörige wirkten dabei eher als Kulisse. Öffentlich bedauert wurde vor allem die Tatsache, dass Terroristen gegen das Gewaltmonopol des deutschen Staates so lange erfolgreich geblieben waren, und dass das Image der Nation im Ausland schaden nehmen könne.
Warum hierzulande Kritik an der rassistischen Ideologie als solcher weitestgehend Fehlanzeige ist; und wenn sie seltener Weise dann doch auftritt dann der mangelnder Rechtstreue verdächtigt wird – das wollen wir mit euch diskutieren.

Donnerstag 05. April | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Information wants to be free

Freie Software und Privateigentum

Mit der massenhaften Verbreitung des Internets haben sich gleichzeitig verschieden Praxen, um digitale Güter zu tauschen, herausgebildet. Manche davon sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken: Fast jeder lädt Musik aus dem Internet und selbst die Bundesregierung setzt auf quelloffene Betriebssysteme. Wir wollen mit euch diskutieren, ob und wie geistiges Eigentum diesen Phänomenen zum Trotz durchgesetzt wird. Am Beispiel der freien Software wollen wir außerdem darüber reden, inwiefern Kämpfe gegen den beschränkten Zugriff auf digitale Güter bereits subversiv sind oder gar Keimzellen einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft sein können.

Donnerstag 01. März | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Für den Platz an der Sonne?

Burschenschaften als Karrierenetzwerk im kapitalistischen Hauen und Stechen
Das Untertanenprinzip der Burschenschaften, nach dem Motto „nach oben buckeln und nach unten treten“ bereitet auf die Einordnung in die herrschende, durch Ausbeutung geprägte Gesellschaft vor und hilft, sich in der kapitalistischen Hackordnung durchzusetzen.
Das Lebensbundprinzip und die damit verbundene Förderung durch ältere, materiell abgesicherte Verbindungsmitglieder und der Zugriff auf ein durch Seilschaften geprägtes Karrierenetzwerk ist hierbei nicht Selbstzweck oder Akt der Wohlfahrt, sondern dient vielmehr der Reproduktion ihrer Eliten in der Gesellschaft. So verankern Burschenschaftler ihre politische Ideologie im gesellschaftlichen Diskurs und sichern sich einen Vorsprung im Hauen und Stechen um die besten Plätze in der kapitalistischen Gesellschaft.
Unter anderem diese Funktionen von studentischen Verbindungen und Burschenschaften in der kapitalistischen Gesellschaft wollen wir mit Euch unter die Lupe nehmen und diskutieren.

Donnerstag 5. Januar | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Mein Kiez soll dreckig bleiben

Gentrification zwischen „Recht auf Stadt“ und Stadtpolitik

Das Stichwort Gentrification beschreibt eine Stadtentwicklung, in der im Zusammenspiel von Stadt, Kapital und Bevölkerungsbewegungen, einzelne Stadtviertel durch massiven Kapitaleinsatz so „aufgewertet“ werden, dass die vorigen ärmeren Bewohner_innen sich ihre Wohnungen und das Leben dort nicht mehr leisten können. Stattdessen ziehen Bessergestellte in die umgemodelten Viertel. In einigen Fällen scheint der Motor dieser Umwandlung dabei gerade in der sozialen und kulturellen Eigenheit der ärmeren Viertel zu liegen. Stichworte hier sind Künstlerviertel, alternative Lebensart, Platz für Ideen. Dies führt zu weiteren falschen Vorstellungen was die Gründe der „Gentrification“ angeht und entsprechend auch zu falschen politischen Forderungen. Das wollen wir diskutieren.

Donnerstag 1. Dezember | 19Uhr | Sturmglocke

(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)

Ist die Theorie der Praxis ihr Feind?

Politische Arbeit zwischen Lesekreis und Demotourismus

Für radikale Gesellschaftskritiker_innen ist das richtige Verhältnis von erkenntnisorientierter Theoriearbeit und politischer Praxis so etwas wie die Gretchenfrage: Mal muss der Theorie das Primat über die Praxis gegeben werden, dann wieder soll sich aus der konkreten Praxis eine Theorie entwicklen oder Theorie und Praxis sollen gleich eine Einheit bilden. Wir wollen mit euch darüber diskutieren, wie und ob politische Intervention jenseits von Aktionismus und Theorie abseits marxistischer Lesezirkel möglich ist.

Donnerstag 3.November 2011 | 19Uhr | Sturmglocke
(Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 30167 Hannover)